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Vom Lehrer zum Unternehmer

DÜSTIs Computer-Shop
Herausgegeben von in Lokales ·
01. Juni 2018
Ja, da war doch was? Richtig! DÜSTI's Computer-Shop wird 10 Jahre! Ich habe mein Versprechen eingehalten, mindestens 10 Jahre mein Unternehmen in Oebisfeld zu lenken und zu leiten. Vom Lehrer zum Unternehmer und das   mit 54 Jahren. Viele bundesdeutsche Lehrerkollegen, besonders die verbeamtete Elite steigt in diesem Alter oft bereits aus dem Schuldienst aus, kassiert eine fürstliche Pension und verdient sich nebenbei mit Nachhilfeunterricht die goldene Nase.
Nur in Ostdeutschland, insbesondere im Bundesland Sachsen-Anhalt lief und läuft es seit der Wiedervereinigung ganz ganz anders. In der Hoffnung, dass hier im Osten auch die Lehrer, die im DDR Staat nicht in die SED eingetreten waren, und die auch auf Privilegien verzichteten, alsbald 100% des Westgehaltes bekommen würden, blieb ich Oebisfelde, im "Zonenrandgebiet" der ehemaligen DDR.

In den 90iger Jahren brauchte man uns Akademiker noch, denn Lehrer aus dem Westen wollten definitiv nicht in Sachsen-Anhalt für 65% des Westgehaltes arbeiten. So war ich mit meinen Ostdeutschen Lehrerkollegen maßgeblich mit am Aufbau des Oebisfelde Burg-Gymnasiums (https://gymnasium-oebisfelde.de) beteiligt.
Am 20. August 1990, meinem 36. Geburstag begann der Lehrbetrieb am unserem Gymnasium.

Ich unterrichtete vornehmlich meine Fächer Biologie und Chemie. Bereits in den 80iger Jahren hatte ich an der POS "Wilhelm Bahnik" in Oebisfelde die Arbeitsgemeinschaften Elektronik und Computer-Technik geleitet. Gemeinsam mit interessierten Schülern bauten wir elektronische Geräte, wie Verstärker, Lichtorgeln, Melodieklingelanlagen, Telespiele und Computer. Unsere Schule erhielt 1985 einen KC 85/3 Heimcomputer aus DDR-Produktion, den ich wir in der AG "Elektronik" benutzen durften. Ich kaufte mir 1988 dann auch einen Commodore "AMIGA 500" Heimcomputer für 7300,00 Mark der DDR, dies entsprach meinem Lehrergehalt von 8 Monaten!!". Beide Geräte Geräte nutzten wir in der AG "Elektronik", um einfache Programmierkenntnisse in BASIC, Assembler, Turbo_Pascal zu erwerben. So entstand bereits in den 80iger Jahren an unserer Schule, in der DDR ein neues neues Unterrichtsfach, die "Elektronik-Computertechnik" bzw. "Informatik". Microsoft war noch eine kleine Firma und feierte sein 10 jähriges Jubiläum. PC-Computer kosteten mehre zehntausen DM und das Windows betriebssystem gab es erst 10 Jahre später.
 
In den 90iger Jahren wurde die ehemalige Stadtschule komplett saniert. Fachräume für Physik und Chemie wurden neu eingerichtet und mit Fleiß der Fachkollegen ausgestattet.
Ein Computer-Kabinett für den Informatikunterricht entstand, Dank meiner Aktivitäten. Das Kultusministerium in Sachsen-Anhalt war bereits mit "Westimport Beamten" Made in CDU besetzt, die es geschickt verstanden, einen Keil zwischen die Lehrerschaft zu treiben. So verlief die Verbeamtung nicht danach, welche Lehrer bereits seit längerer Zeit im Schuldienst waren, sondern danach, ob sie der CDU angehörten oder nicht. Die Verhältnisse hatte sich umgekehrt, war es früher die SED, die die politische Linie im DDR Schulsystem bestimmte, war es nach der Wiedervereinigung die CDU, die unter "Chriltlichem Anstrich" die politische Ausrichtung an den Schulen vorgab.
Gefährlich wurden solche Akademiker, die auf Grund Ihrer materialistischen Weltanschauung und ihrer Atheistischen Ansichten, diese auch ihren Schülern vermitteln würden. Und auch der Austritt aus der Kirche kam eine "Kriegserklärung" der neuen politischen Richtung in der Bundesrepublik Deutschland gleich.

Auch ich war so naiv zu glauben, dass nach etwa 5 Jahren die Lebensverhältnisse, insbesondere die Löhne und damit später auch die Renten in Ost und West angeglichen waren. Denn schließlich waren wir ja alle Deutsche und in meinem Fall gut ausgebildete Fachlehrer mit einem Diplom, politisch, ideologisch neutral und als Lehrer verpflichtet, die Verfassung der Bundesrepublik zu respektieren. Neben meinen Fächern Biologie und Chemie war ich der einzige Lehrer am Burg-Gymnasium, der bereits zu DDR Zeiten das neue Unterrichtsfach "Computertechnik und Informatik" unterrichten konnte. Ich besorgte Computertechnik von Firmen, richtete 1995 ein vernetztes Computersystem an unserem Burggymnasium ein. Im Informatik Unterricht und in der außerunterrichtlichen Tätigkeit lernten die Schüler das Programmieren in Basic und Turbo Pascal.  Mitte der 90iger Jahre erhielt unsere Schule einen ISDN-Internetanschluss und so entstanden erste Webseiten und auch die Idee einer Schul-Homepage!  Google, war eine Suchmaschine von vielen und Ebay ein kleine unbedeutende Auktionsplattform. Mark Zuckerberg war gerade mal 10 Jahre, als  in unserem Kurs die Idee entstand, dass jeder Mensch, jede Institution und jede Firma seine eigene Domain und auch eigene Webseite erstellen sollte.
Über das Internet erreicht man direkt auch die Privatperson, oder auch eine Firma der man Nachrichten und Informationen mitteilen kann. Und wer sich nicht an die Regeln hält, kommt nicht rein bzw. fliegt raus wenn er bzw. sie stenkert. In meinem Artikel "History der Webmastertätigkeit" berichte ich über diese Zeit.

Dann 1998 wurde unser Burg-Gymnasium nach nur 8 Jahren "platt gemacht", weil Beamte und Politiker des Landkreises Haldensleben befürchteten, Oebisfelde würde wirtschaftlich zu stark werden und Haldensleben, Wolmirstedt Konkurrenz machen. So mussten dann insbesondere Lehrer und Schüler aus Oebisfelde und den umliegenden Gemeinden lange Wege bis zum Gymnasium nach Weferlingen in Kauf nehmen. Bezüglich der Löhne und Gehälter der Lehrer hatte sich hier in Sachsen-Anhalt nichts geändert. Hielt man mich Anfangs damit hin, dass man meine Stasi-Akten überprüfen musste, um zu entscheiden ob eine Verbeamtung in Frage käme oder nicht, hieß es ab 1995 dann kurz und knapp: "Ihr seid zu alt" für die Verbeamtung und das mit gerade einmal 15 Jahren im Schuldienst.
Die Lehrer bekamen zu der Zeit gerade ein Mal 80% des Westgehaltes und so blieb es bis heute. Von einer Verbeamtung redete keiner mehr, und in Sachsen-Anhalt begann eine systematische Sparpolitik. Schulen wurden geschlossen. Lehrerkollegen, die durchaus noch im Schuldienst bleiben konnten wurden zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Dann 2002 mit der Übernahme der Regierung in Sachsen-Anhalt durch CDU und SPD wehte gleich ein neuer Wind. Lehrer, die das System kritisierten wurden systematisch von westdeutschen drittklassigen Beamten aus dem Kultusministerium Magdeburg aus dem Schuldienst heraus gemobbt. Dieses Prinzip des Mobbings hatte sich in den alten Bundesländern in den 80iger und 90iger Jahren bestens bewährt. So wurde auch ich, obwohl ich meine Zustimmung verweigerte an das Schulen in Walbeck und später nach Haldensleben abgeordnet. 2002 wurde solch ein "Westimport" Staatssekretär im Kultusministerium von Sachsen-Anhalt. Seine Ehefrau übernahm das Freiherr-vom-Stein Gymnasium in Weferlingen. Der damalige Schulleiter (Fachlehrer für Biologie und Chemie) wurde abgesäbelt und musste in den Ruhestand gehen. Aus einem vormals naturwissenschaftlich, atheistisch geprägten Gymnasium wurde nun ein katholisch, also religiös geprägtes Gymnasium. Auf dem Kiecker dieser "Importbeamten" aus Westdeutschland standen Lehrer, die eher politisch linke Ansichten vertraten und die auch das Poitive des DDR-Staates und des DDR-Schulsystems ihren Schülern vermittelten und die auch offen kritisierten, dass in den Schulen der Religionsunterricht plötzlich einen höheren Stellenwert hatte, als Naturwissenschaften.
Und wenn dann diese Lehrer nun auch noch 100% des Westgehaltes forderten, eine Verbeamtung verlangten dann standen sie schnell auf der "Abschussliste". So geschehen auch bei mir. Als ich der damaligen Schulleiterin zu gefährlich wurde, weil ich grobe Verstöße gegen die Sicherheitsbestimmungen an ihrer Schule aufdeckte, wurde ich zunächst nach Walbeck und ein Jahr später nach Haldensleben versetzt. Gesundheitlich angeschlagen (Ich hatte 2003 ein Burnout), ließ man mich noch längere Wege zum Arbeitsort zurück legen. Ich unterrichtete Fächer für die ich nicht ausgebildet war. Meine Schüler waren nun Haupt- und Realschüler und Kinder mit ADHS anstatt Schüler eines Gymnasiums. Man strich mir nun auch noch die Gymnasiale Zulage.   Insgeheim hofften diese Leute aus dem Kultusministerium Magdeburg, dass man selbst aus gesundheitlichen Gründen das Handtuch warf und freiwillig aus dem Schuldienst ausschied.
Ich tat Ihnen jedoch nicht den Gefallen und kämpfte weiter. Dann 2006 versuchten eine Truppe aus dem Kultusministerium und Reinhard, Kölsch, Leabe und meine frühere Schulleiterin Wahner-Willems zu verhindern, dass ich an das Gymnasium nach Weferlinge zurückkehren würde. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg, wahrscheinlich auch Parteifreunde aus der CDU klagten mich der 4 fachen Körperverletzung von Kindern vor dem Amtsgericht in Haldensleben an.  
Auch leitende Beamte aus dem Polizeiamt Weferlingen und der Sekundarschule Walbeck waren mit involviert. Der Gerichtsprozess gegen mich im Mai 2006 ging jedoch nach hinten los. Ich entlarfte die Machenschaften dieser Leute und wehrte mich erfolgreich. Als ich dann auch noch am Gymnasium in Haldensleben ebenso grobe Verstöße gegen die Sicherheitsbestimmungen im den Fachräumen für Biologie und Chemie aufdeckte wurde ich zu einer ernsten Gefahr.
Mobbing und Bossing von Beamten aus dem Kultusministerium wurden immer intensiver. Schließlich erhielt ich zu Ostern 2007 schließlich die Kündigung zugestellt. Eigentlich für einen Beamten unmöglich aber in Sachsen-Anhalt geht das schon mal. Mann muss nur die richtigen Leute aus den eigenen Reighen der CDU kennen. In meinem Fall war es der Herr Thomas Leimbach (CDU) auch so ein Westimport aus den alten Ländern, der als Präsident des Landesverwaltungsamtes Magdeburg sein Signum unter mein Kündigungsschreiben setzte.
Das stärkste jedoch war, ich sollte für diese Typen aus dem Landesverwaltungsamt, alles Made in CDU,  noch ein halbes Jahr arbeiten. Das war mir dann doch zu viel und ich zeigte Ihnen, was ein Ossi ist. Ich verklagte das Land Sachse-Anhalt und erhielt Ende August 2008 vor dem Bezirks-Arbeitsgericht in Halle-Saale Recht. Ich wurde voll rehabilitiert, erhielt eine Abfindung in beachtlicher Höhe, die Berufung wurde nicht zugelassen. Ich teilte den drei Richtern mit, dass ich nie wieder für dieses "verkackte" Schulsystem in Sachsen-Anhalt arbeiten werde.  Ich machte mein Hobby, die Elektronik und Computertechnik zum Beruf und gründete am 1. Juni 2008, am Internationalen Kindertag mein eigenes Unternehmen, DÜSTI's Computer-Shop in Oebisfelde. Und dies mit einem Startkapital von 6000,00€, im stolzen Alter von 54 Jahren.
In den 10 Jahren praktizierte ich eine Art des Wirtschaftens, die einzigartig ist. Ich verzichtete auf Lohn und auf Profit. Meine Gewinne flossen umgehend in mein Unternehmen ein. Ich machte mich nicht abhängig von Banken. Meine Geldgeber waren stets Angehörige, Freunde, Nachbarn, Kunden. Anstatt der 0% für ihre Spareinlagen bei der Bank, erhielten Sie 4% bis 8% auf ihre Geldeinlagen von mir zurück. Meine Angestellten waren eher Geschäftspartne, die neben dem üblichen Lohn, natürlich auch Sachwerte von mir bekamen. Oder anders, sie wurden nicht ausgebeutet, konnten kommen und gehen, wann sie wollten. Meine jährlichen  Umsätze waren für ein 1 Mann Unternehmen beachtlich. Sie lagen stets zwischen
60.000,00€ und 150.000,00€. Einkauf und Verkauf hielten sich die Waage, so waren meine jährlichen Gewinne eher bescheiden. Ein Hartz 4 Empfänger bekam monatlich mehr Lohn als ich. Trotzdem konnte ich mir alles leisten was ich wollte. Wenn ich Geld brauchte, nahm ich es aus meiner Kasse. Anfangs machte ich die Fehler, ich gab Kunden Kredit und gestattete die Teilzahlung. Dies nutzten einige Kunden aus und zahlten ihre Schulden nicht. Es folgten Kosten für Rechtsanwälte, Gerichte. Dem schob ich einen Riegel vor, dass ich dann nur noch Barzahlung akzeptierte. Ich feuerte meinen Rechtsanwalt, Steuerberater, Versicherungsvertreter, die Banken und erledigte auch diese Aufgaben selbst.


Dieses große Wagnis startete ich im April 2008. Zur Zeit der Wirtschafts- und Bankenkrise im Bundesland Sachsen-Anhalt, dem "Sizilien" des Ostens begann ich mit einem StarDamit habe ich auch die allgemeine Ansicht wiederlegt, dass Lehrer nur "Fachidioten" sind und nichts anderes können als zu unterrichten. Ein wenig enttäuscht bin ich diesmal schon, dass von meinen mehr als 2800 Kunden nicht einer mal ein paar nette Worte in mein Gästebuch eingetragen hat. Enttäuschung auch auf voller Ebene, dass auch diesmal, weder Vertreter der Stadt Oebisfelde z.B. Bürgermeister Kraul, Wirtschaftsförderer Schorlemmer und sonstige Ratsmitglieder gar nicht mitbekommen haben, dass es in Oebisfelde nun bereits seit 10 Jahren ein Mittelständisches Unternehmen gibt, dass für diese Stadt, den Landkreis und das Bundesland Sachsen Anhalt eine ganze Menge geleistet hat.
Ja und auch unsere Medien, Volksstimme und Altmarkzeitung zeigten schon damals bei der Geschäftseröffnung kein Interesse und haben sich auch diesmal nicht sehen lassen.  



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